Presseerklärung des DPO RLP

Pressekonferenz des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen: Stärkung der Pflege im Krankenhaus im Rahmen der Initiative „Menschen pflegen“


Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung in den Krankenhäusern begrüßt der DPO die Initiative des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen, ein Gutachten zur Neuordnung der Aufgaben im stationären Behandlungsprozess zwischen den Heilberufen und damit die gesamte Gestaltung des Behandlungsprozesses, in Auftrag zu geben. Die Pflege in den Krankenhäusern kann unter den derzeitigen Rahmenbedingungen nicht immer optimal erbracht werden. Stellenreduzierung in den Pflegebereichen haben mittlerweile dramatische und bedenkliche Ausmaße angenommen.

Das Gutachten von Frau Prof. Dr. Renate Stemmer, Pflegewissenschaftlerin an der Kath. Fachhochschule in Mainz, hat eine Analyse der möglichen Handlungsfelder, in denen Pflegende künftig im Krankenhaus arbeiten können, aufgezeigt. Der Dachverband der Pflegeorganisation Rheinland-Pfalz hat an diesem Gutachten mitgewirkt und unterstützt die Zielsetzung. Im Mittelpunkt steht, den Berufstätigen in der Pflege mehr Handlungsspielräume als bisher in der Tätigkeit im Krankenhaus einzuräumen.

Dabei geht es nicht lediglich um das Delegieren von Aufgaben, die überbelastete Ärzte nicht mehr erbringen können sondern darum, eine gute Ergänzung der unterschiedlichen Tätigkeitsfelder, medizinische Versorgung und Pflege zu finden und entsprechende Konzepte zu institutionalisieren.

Nach Auffassung von Herrn Ulrich Pötzl, stellv. Landesvorsitzender DPO, können Pflegende aufgrund ihrer Ausbildung einen Teil der bisherigen Tätigkeiten, die von Ärzten erbracht werden, eigenständig übernehmen. Dazu muss dann eine rechtliche Absicherung und eine entsprechende Stellenaufstockung erfolgen. Wie dies idealer weise umgesetzt werden kann, soll in Modellen erprobt werden.

Die Schwerpunkte der Umsetzung des Gutachtens in den Modellkrankenhäusern liegen auf:

   1. Prozesssteuerung durch die Pflegenden. Eine Verkürzung des Aufenthaltes im Krankenhaus kann nur zur Zufriedenheit der Patienten gelingen, wenn die Prozesse ideal aufeinander abgestimmt sind.

   2. Die Neuordnung der Tätigkeitsfelder für Pflegende und Mediziner, die zur optimalen Versorgung der Patienten im Ergebnis führen.

Pflegende haben aufgrund ihrer Ausbildung, Weiterbildung und Studium entsprechende Qualifikationen, um den Behandlungsprozess von Patienten im Krankenhaus zu steuern. Beispielsweise könnte die Aufnahme von Patienten in großen Teilen von Pflegenden übernommen werden, die dann die weitere Behandlung mit allen Berufsgruppen im Krankenhaus koordinieren. Dadurch werden Wartezeiten bei Untersuchungen vermeiden.

Um diese komplexe und sehr umfassende Fragestellung zu überprüfen will das Ministerium verschiedene Modellprojekte starten. Auch Doris Seis, Vorsitzende der BALK in Rheinland-Pfalz, ist zuversichtlich, dass pflegerische und medizinische Leistungen künftig als gleichrangig angesehen werden. Dies diene nicht nur einem harmonischen Behandlungsablauf sondern auch dem Wohl und der optimalen Versorgung der Patienten.

Mainz, 09.10.2008

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