Gutachten

Gutachten "Zukünftige Handlungsfelder in der Krankenhauspflege" vorgestellt.

Sozialministerin Malu Dreyer lud zur Veranstaltung „Dialog sozial“ um das von ihrem Haus beauftragtes Gutachten vorzustellen. Darin geht es um eine Analyse der möglichen Handlungsfelder, in denen Pflegende künftig eigenständig tätig werden können. Prof. Dr. Renate Stemmer, Pflegewissenschaftlerin an der katholischen Fachhochschule in Mainz, hat das Gutachten federführend erstellt.  Der Dachverband der Pflegeorganisationen in Rheinland-Pfalz hat daran mitgewirkt und unterstützt die Zielsetzung.


Dabei geht es nicht um die Delegation von Aufgaben, die überlastete Ärzte nicht mehr erbringen können, sondern um die Zuweisung von Aufgabenkomplexen an Pflegefachpersonen. Dazu müssen diese mit der entsprechende Kompetenz und Verantwortung ausgestattet sein und eine hohe Qualifikation u.a. auf Masterniveau haben. In den Einrichtungen sind entsprechende Konzepte zu institutionalisieren.

„Es muss eine sinnvolle, neue Verteilung erfolgen. Pflegende und Ärzteschaft müssen sich auf einer Augenhöhe begegnen“ fordert der DPO Vorsitzende Helmut Müller in diesem Zusammenhang. Das Gutachten liefere dazu zahlreiche wertvolle Hinweise. Als ein Beispiel sei hier die Schmerztherapie genannt, die in vielen Krankenhäusern nicht mehr allein Sache des behandelnden Mediziners ist, sondern dank verbindlicher Standards auch durch das Pflegepersonal zeitnah und effektiv geleistet werden kann.

Vor dem Hintergrund der veränderten Strukturen müssten alle Abläufe im Krankenhaus daraufhin überprüft werden, was dem Patienten beste Qualität unter wirtschaftlichen Bedingungen biete, meint auch Doris Seis, Vorsitzende der BALK in Rheinland-Pfalz und Referentin bei der Veranstaltung des Sozialministeriums. Pflegende haben nach Meinung des DPO schon jetzt durch Ausbildung, Weiterbildung und Studium entsprechende Qualifikationen, um den Behandlungsprozess von Patienten im Krankenhaus zu steuern. Beispielsweise könnte die Aufnahme von Patienten in weiten Teilen von Pflegenden übernommen, die weitere Behandlung mit allen weiteren Berufsgruppen im Krankenhaus koordiniert und dadurch Wartezeiten bei Untersuchungen vermieden werden.

In Rheinland-Pfalz wird es Modellprojekte in Krankenhäusern geben, in denen die neuen Konzepte erprobt werden sollen.

Bad Kreuznach, 08.08.2008

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